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Herbe Enttäuschung bei den Thermalquellen (Onsen) in Beppu

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Japan ist für seine Onsen (Thermalquellen) bekannt. Und aus diesem Grund gehörte zu unserem Sightseeing Programm auch der Besuch der berühmten Thermalquellen in Beppu – insgesamt 3.700 Thermalquellen und 168 öffentliche Bäder – auf der Insel Kyūshū.

Leider entpuppte sich die Jigoku Meguri (The „Hell“ Tour) als reine langweilige Touristenattraktion. Statt die heißen Quellen (Onsen) naturverbunden zu lassen, wurde um die Highlight Quellen in Beppu jeweils ein kleiner Park errichtet, wo man entweder jeweils 400 Yen (ca. 2,80 €) zu bezahlen hatte oder ein Kombiticket über 2.000 Yen (ca. 14,- €) für alle acht Hightlight Quellen wählen konnte. Öffnungszeiten sind von 8.00 bis 17.00 Uhr. Für die komplette Tour sollte man mindestens 2,5 Stunden einplanen. Sechs der Quellen liegen dicht beieinander in Kannawa während zwei weitere etwas weiter entfernt liegen.

1. Umi-Jigoku
Diese heiße Quelle hat ihren Namen, weil sie dem Meer so ähnelt. Der kobaltblauer Umi-Jigoku ist 200 Meter tief und entstand vor 1.200 Jahren nach einer Vulkanexplosion. Der gepflegte Garten ist einfach sehr schön. Und von Mai bis November kann man die gigantischen „Victoria Amazonica“ Lotusblumen bestaunen, die in den heißen Quellen wachsen.

2. Oniishibozu-Jigoku
Dieser Ort heißt Oniishi Bozu Jigoku (Oniishi Shaven Head Hell) nach dem Namen der Gegend Oniishi. Und weil die großen und kleinen Blasen vom heißen grauen Schlamm aussehen wie rasierte Köpfe (bozu atama) der Mönche.

3. Yama-Jigoku
Dieser Unterhaltungspark beherbergt unter anderem badende Flusspferde. Yama-Jigoku erhielt seinen Namen durch den Berg aus Schlamm, der sich über die Jahre gebildet hat und ist auch ein Mini-Zoo, welcher besonders für Kinder interessant sein kann.
– Da hier Tiere in kleinen Gehegen eingesperrt werden, war dies schon für uns ein Grund diese Quelle nicht aufzusuchen. –

4. Kamado-Jigoku
Ein leuchtend roter Dämon, der auf einem riesigen Kochtopf steht, ist das Maskottchen dieser warmen Quelle. Kamado-Jigoku wechselt zudem ein paar Mal im Jahr seine Farbe.

5. Oniyama-Jigoku
Die Kraft des erzeugten Dampfes dieser Quelle kann eineinhalb Waggons ziehen. Dieser „Hellfish“ Ort beherbergt eine Vielzahl an Krokodilen und Alligatoren, die in den warmen Gewässer schwimmen.
– Auch hier hielt uns die Einsperrung von Tieren in kleinen Gehegen davon ab, diese Quelle aufzusuchen. –

6. Shiraike-Jigoku
Die White Pond Hell wird so genannt, weil das farblose Wasser, welches natürlich aus dem Boden spritzt, mysteriöse Weise cremig weiß wird. Der traditionelle japanische Garten strahlt eine ruhige Atmosphäre aus.

7. Chinoike-Jigoku
Der Ton wird heiß dampfend bis zu dem Punkt, dass der Dampf rot ist. Aus dem roten Ton wird häufig „Chinoike Salbe“ erstellt, welche effektiv gegen Hautkrankheiten helfen soll. Die Wassertemperatur beträgt 78 Grad.

8. Tatsumaki-Jigoku
Tatsumaki-Jigoku, ein Geysir, ist ein Naturdenkmal von der Stadt Beppu. Der Geysir schießt in kurzen Intervallen – alle 30 bis 40 Minuten – kochendes Wasser und Dampf aus.

Die erste Thermalquelle Umi-Jigoku von den Beppu “Hells” empfanden wir noch als ganz nett, da diese in einem schön angelegten Park aufzufinden war. Zudem gab es eine kleine Quelle, wo man seine Beine reinstellen konnte. Sogar kleine Handtücher für 200 Yen (ca. 1,40 €) konnte man erwerben falls man keins mitgebracht hatte. Die heiße Quelle war sehr angenehm, solange es keine Stelle war, die heiß brodelnd war. Natürlich muss man auch ein wenig von dem Geruch absehen, da es überall stark nach Schwefel stinkt.

Aber wahrscheinlich hätten wir hier einfach keine weiteren mehr aufsuchen sollen um ein positiveres Bild zu behalten. Die nächsten Quellen waren leider nicht mehr so schön angelegt und glichen einfach dem Punkt dem Touristen schnell ein paar Yen abzuknöpfen. Wirklich spektakulär waren keine der Quellen und sie verloren einfach ihre natürliche Schönheit durch die Zurschaustellung.

Den Tiefpunkt unserer Stimmung erreichten wir bei der eigentlichen Hauptattraktion dem Geysir, welcher alle 30 bis 40 Minuten eine Fontäne ausschießt. Wie in einem Zoo gesellte man sich zu den anderen Touristen in dem kleinen errichteten Rundtheater und wartete die Minuten ab bis der Geysir zum Vorschein kam. Das einzige Glück, welches wir besaßen war, dass wir nur 5 Minuten zu warten hatten.

Ja und dann kamen wir kaum aus dem Staunen raus. Leider nicht. Enttäuschend sahen wir eine Wasserfontäne sprießen, welche noch durch eine Stein- oder wohl eher eine Betonkonstruktion abgehalten wurde, sich komplett zu entfalten.

Wir hatten uns bereits im Vorfeld dafür entschieden lieber nur die Einzeltickets zu kaufen, da wir alle acht Quellen nicht aufsuchen wollten. Schlussendlich sind wir mit fünf Quellen auf den gleichen Preis wie das Kombiticket herausgekommen.

Zwar konnte man bei fast allen Quellen seine Füße in einer der kleinen „angezapften“ bzw. künstlich angelegten Nebenquellen legen, aber natürlich wäre eine Thermalquelle zum Baden spannender und erholsamer gewesen. Hier mussten wir aber den Abstrich machen, dass es in Japan verboten ist, Freizeitbäder oder Thermalquellen aufzusuchen, wenn man ein Tattoo besitzt. Dies beruht auf der noch altertümlichen Annahme, dass nur Kriminelle Tattoos tragen und in Japan zum Beispiel zu den Yakuzas gehört. Damit Thorsten nicht außen vor bleiben musste, entschieden wir uns mit den Highlightquellen zu begnügen.

Nach der aber sehr enttäuschenden Besichtigung können wir den Besuch nicht weiterempfehlen und raten lieber jedem eine der Thermalquellen zum Baden und Entspannen aufzusuchen statt sich mit langweiligen Attraktionen zu quälen.

Viele Grüße

Judith und Thorsten

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