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Mal die Welt anschauen und so…

Neuseeland – Intensive Eindrücke bei der Wanderung zum Mount Ngauruhoe

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Mit Neuseeland haben wir nun den bisher weit entferntesten Boden zu unserer Heimat auf der Weltreise betreten. Müde, aber sehr glücklich, landeten wir in aller Frühe auf dem Flughafen von Auckland auf der Nordinsel.

Neuseeland hat sehr strenge Einreiseregelungen, somit muss man die Passenger Arrival Card (Einreisekarte) sehr gewissenhaft beantworten um keine Schwierigkeiten zu bekommen. Anders als in den USA muss man seine Waren wie Zigaretten deklarieren sowie angeben, ob man Wander-Equipment dabei hat. Dies wird über einen weiteren Scanner und Suchhunde speziell überprüft. Eingesetzte Outdoor-Ausstattung wie Zelte oder Schuhe werden bei der Bio-Sicherheit sorgfältig gereinigt bevor man diese wieder ausgehändigt bekommt. Eigentlich ein netter Service. 😉 Unterzieht man sich diesem Prozess kann man ohne Probleme einreisen und man muss keine Strafen befürchten.

Nach vielen Monaten des Alleinreisens freuen wir uns nun wieder mit unseren Freunden Thun und Marco das Land und die Natur zu bereisen. Letztes Jahr bereisten wir bereits gemeinsam viele Länder in Asien, darunter Thailand, Laos, Hong Kong, China, Tibet, Japan und Korea.

Ziel unserer ersten Unternehmung war eine mehrtägige Wanderung zum Mount Ngauruhoe – auch bekannt als „Mount Doom“ – aus dem weltweit bekannten Film „Herr der Ringe“. Dazu bereiteten wir uns in der Großstadt Auckland zunächst ein wenig vor, indem wir uns mit noch fehlenden Materialien wie Schlafsack, gutes Fußwerk, Regenjacke und Hikingstöcken eindeckten. Aber auch Proviant durfte nicht fehlen, da man sich über die Tage komplett selbst versorgen muss und sogar den Müll bis zum Ziel transportieren muss.

Tag 1: Whakapapa Village zum Oturere Hut
Zunächst fuhren wir mit einem Shuttle eine halbe Stunde zu unserem Ausgangspunkt für unsere Wanderung. Ca. 1,5 km vor dem Mangatepopo Hut sollte nun unsere dreitägige Wanderung starten. Somit hatten wir für diesen Tag eine 14,3 km lange Strecke vor uns, die es aufgrund der 1.886 Höhenmeter in sich hatte. Die Natur und Landschaft rund um dem Mount Ngauruhoe und den Emerald Lakes waren atemberaubend schön. Leider konnten wir diese nicht so intensiv genießen, da dies auch der härteste Tag der Wanderung war, der einiges von uns abverlangte. Durch unsere nicht überragende Kondition kamen wir nicht nach den geplanten 5 Stunden, sondern 6 1/2 Stunden hungrig und sehr erschöpft an unserer Unterkunft an. Marco war um einiges früher da, so dass er uns gute Plätze in der Hütte sichern konnte, da dort galt „first come – first serve“ und wir auch froh waren nicht dicht an dicht neben wildfremden zu schlafen.

Tag 2: Vom Oturere Hut zum Waihohonu Hut
Umso beschwingter ging es am Folgetag für uns los. Die Last fiel von uns ab, nicht mehr den härtesten Tag vor uns liegen zu haben und alles was kommt harmloser sein wird. Muskelkater machte sich nicht bemerkbar und wir hatten auch nicht mit anderen Wehwehchen wie Blasen zu kämpfen. Die 7,5 km Wanderung schafften wir ohne Probleme in der angegebenen Zeit von 3 Stunden. Dies ermöglichte uns dieses Mal einigermaßen gute Plätze in dem Waihohonu Hut – auch bekannt als der „Palast“ im Vergleich zu den anderen Unterbringungen – zu bekommen und uns zu Genüge auszuruhen. Am Abend kam kurzzeitig Unruhe auf, da zwei Wanderer von ihren Freunden vermisst wurden. Nach Klärung der Lage und einer entsprechenden Wartezeit machten sich zwei Ranger von verschiedenen Stationen im Tongariro Nationalpark auf. Glücklicherweise löste sich die Situation von selbst auf, da die beiden den Weg in der Dunkelheit noch eigenständig fanden. Die Gruppe hatte die Sportlichkeit ihrer Begleitung unterschätzt, so dass sie für ihre Wandertour statt der geplanten 5 Stunden über 8 Stunden benötigte. Auch diese fielen dann spät und müde ins Bett. Das Mädel tut mir noch heute leid, da sie in die andere Richtung laufend noch die härteste Strecke vor sich hatte und bereits über Schmerzen klagte.

Tag 3: Waihohonu Hut zum Whakapapa Village
Am letzten Tag kramten wir noch alle unsere Energiereserven zusammen, um die restlichen 14,3 km zu bewältigen. Leider bekam ich während der ganzen Wanderung früh morgens kaum etwas in den Magen, so dass ich erst immer spät meine Energiereserven aufstocken konnte. Auf der Strecke erfreuten wir uns im Wechsel einerseits über unser gutes Befinden und die Umgebung besser genießen zu können, andererseits machte sich auch die Müdigkeit der letzten Tage bemerkbar, so dass wir uns wirklich am Ende nach dem Ziel und wieder gutem Essen sehnten.

Fazit:
Unser Vorteil war von den Erfahrungen von Marco und Thun zu profitieren, welche genau wussten was alles für die mehrtägige Wanderung notwendig war und wie viel wir an Nahrung brauchten und was schlussendlich auch wenig an Gewicht bedeutete.
Die Wanderung kann so gut wie jeder – auch ohne exzellente Kondition – bestreiten. Man muss nur mehr Zeit und Pausen einplanen.
Auf der Wanderung hätten wir nicht unsere guten Outdoorschuhe, Rucksäcke sowie Hikingstöcken missen wollen. Diese war essentiell!

Thorstens Entschluss ist dennoch fest, dass für ihn diese Sportart keine Begeisterung auslöst. Zur Freude von Johanna – ein nettes Mädel, welches wir auf der Wanderung mit ihrem Freund kennengelernt haben -, da sie die Hikingstöcke am Ende der Tour von Thorsten erben konnte.

Obwohl es für mich ohne Frage sehr anstrengend war, freue ich mich sehr über die geschaffene Leistung. Eine Wanderung gehört zum Erlebnis Neuseeland einfach dazu!

Tongariro Northern Circuit in Neuseeland

Tongariro Northern Circuit in Neuseeland


PDF vom Tongariro Northern Circuit, New Zealand

Vor der Wanderung hatten wir noch die Gelegenheit einen kurzen Abstecher zu den Waitomo Caves (Glühwürmchengrotten) zu machen, die ihre Faszination dadurch ausstrahlen, dass man bei einer relativ lautlosen Bootsfahrt in den Kalksteinhöhlen und Kalksteinformationen unter der Decke zahlreiche Glühwürmchen wie einen Sternenhimmel betrachten kann. Diesen wahrlich kurzen Moment konnten wir leider nicht genießen, da die 45-Minütige Tour sehr touristisch aufgezogen war und wir mit ca. 30 anderen Personen regelrecht durchgeschleust wurden.

„Waitomo“ bedeutet „Wasser, das in ein Loch im Boden eindringt“ und bietet eine unterirdische Welt, die seit über 100 Jahren von Millionen von Besuchern aufgesucht wird. Rundum kann man sagen, dass es zwar tatsächlich wunderschön anzusehen ist, aber der Preis über 49 NZD (ca. 32,97 €) pro Person für diese Art der Präsentation ist keineswegs gerechtfertigt. Hier sollte man sich genau überlegen, ob man sich dies antun möchte. Zudem darf man aus Rücksicht auf die Gesteinsformen und der Glühwürmchen keine Fotos machen. Danach spazierten wir lieber noch ein wenig einen kleinen Wanderweg bevor es zurück zum Auto und Motel ging.

Nach der Wanderung fuhren wir nach Rotorua. Ein Ort, der sowohl für seine Thermalquellen bekannt ist als auch für jeden Mountainbike-Fan einiges zu bieten hat. Leider hört sich der Ort nur erholend an. Wir wollten flüchten! Fast jede Sekunde kam uns durch den Schwefel ein nach verfaulten Eier Gestank in die Nase. Verstärkt wurde dies, da die Erdwärme für die Wohnhäuser genutzt wurde. Wohlfühlfaktor in dieser Stadt gleich Null.

Wir waren froh nach zwei üblen Nächten wieder weiterreisen zu dürfen. Dass es auch anderes gehen kann, erlebten wir in Japan, wo wir bereits einige Thermalquellen in Beppu besuchten. Zwar gefiel uns die Art der Präsentation der Thermalquellen dort nicht, aber der belästigende Schwefelgeruch hielt sich so stark zurück, dass wir diesen kaum wahrnahmen.

Nach unserer kleinen Rundreise auf der Nordinsel erwarten wir nun in Auckland noch zwei weitere Freunde – Kim und Lasse -, welche bereits im letztes Jahr in Laos ihren Urlaub mit uns zusammenverbracht hatten.

Viele Grüße aus Neuseeland

Judith und Thorsten

P.S.: Vielen lieben Dank an Paul von bannerstop für die tolle Rock around the World Flagge für unsere Weltreise!

Ein Kommentar

  1. Oh was für tolle Eindrücke! 🙂
    Ich wollte damals auch den Northern Circuit wandern, aber nach 4 Tagen Dauerregen im Hostel und plötzlichen Blitzeis entschied ich mich schweren Herzens dann doch nur für das Tangariro Crossing 🙁

    LG
    Mel

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